Ja, sie lebt noch!

New Orleans 13 Jahre nach Katrina. Schaut man sich Bilder von der Stadt am Mississippi aus dem Jahr 2005 an, glaubt man kaum, das hier jemals wieder richtiges Leben einkehren konnte.

New Orleans Katrina
New Orleans unter Wasser

Die Berichte aus der Hurrikanzeit klingen abenteuerlich (Plünderungen, Schießbefehl, Gewalt). Etwa zwei Monate soll es gedauert haben, die Stadt wieder trocken zu legen.

Aber New Orleans hat nicht aufgegeben. Und sie lebt wieder. Und wie! Besonders im French Quarter tobt das Leben.

French Quarter
Typische Häuserfassade im French Quarter

Da ziehen frisch Getraute samt eigener Kapelle durch die Straßen…

Hochzeitsmarsch

Straßenkünstler zeigen ihr Können vor der beeindruckenden St. Louis-Cathedral…

Und natürlich schieben sich Massen von Touristen durch die legendäre Bourbon Street, um in den unzähligen Bars unzählige grandiose Livebands zu sehen, einen Handgrenade-Cocktail zu trinken, zu tanzen und zu singen…

Bourbon Street
„Wo war ich in der Nacht von Freitag auf Montag…“

Alles scheint etwas relaxter in dieser Stadt zu sein. Für New Orleans muss man Zeit mitbringen. Vor allem, wenn man mit den roten oder grünen Streetcars unterwegs ist. Die rumpeln so langsam die Straßen entlang und halten alle 20 Meter, so dass man bequem nebenher laufen könnte.

Streetcars

Aber New Orleans ist eben nicht New York. Selbst die Polizisten scheinen hier den „easy way of life“ verinnerlicht zu haben….

Polizist
„Talkin‘ to me?“

Alles gut in New Orleans? Mitnichten. Zeitungsberichte über die Auferstehung New Orleans‘ sind viel weniger euphorisch. Die Stadt habe eine andere Sozialstruktur bekommen. Die arme, vor allem schwarze Bevölkerung sei aus der Stadt gedrängt worden. New Orleans sei weißer und reicher als zuvor. Das wird stimmen. Und es wäre ein Drama für die Betroffenen. Dennoch prägt die schwarze Bevölkerung nach wie vor das Stadtbild. Die feiernden Ladys auf der Bourbon Street ebenso wie die Obdachlosen in kleinen Zeltstädten unter den Brücken der Stadt. Der Kontrast ist teilweise extrem.

Der Tourist bekommt von der Veränderungen, wenn er nicht regelmäßig hier ist, nichts mit. Er genießt eine Fahrt auf einem Mississippi-Dampfschiff…

Steamboat

Oder wartet in Sichtweite der Mississippi-Brücke am Ufer auf die Dämmerung.

Mississippibrücke

Doch wer wirklich etwas Beeindruckendes sehen will, der besucht das National World War II-Museum. Das würde man nicht unbedingt in dieser Stadt erwarten, aber es ist dermaßen packend gestaltet, dass man gar nicht wagt, irgendwelche Fotos zu schießen. Man ist für Stunden mitten drin im Zweiten Weltkrieg. Und erst als man wieder rauskommt und sich draußen ein ziemlich heftiger Thunderstorm breit gemacht hat, merkt man wieder, man ist in New Orleans. „Sie haben einen Krieg überlebt, wir werden auch das überleben“, meint ein Tourist zu einem der mit uns wartenden Kriegsveteranen.

WWII Museum

Aber auch das Unwetter geht nach ein paar Stunden (!) wieder vorüber. Und dann stürzt man sich wieder ins Nachtleben. Oder fährt mit dem Streetcar nach Hause.

Streetcar Nacht

Ganz gemütlich natürlich.

 

2 Comments on “Ja, sie lebt noch!

  1. „There is a house in New Orleans
    They call the Rising Sun
    And it’s been the ruin of many a poor boy
    And God I know I’m one“ (der Dalai Lama)

    Gefällt mir

  2. Pingback: There… – there and back again…

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