Alles im Fluss

Into the Wild.

Zoos sind schon immer ein Streitthema gewesen. Ist die Tierhaltung artgerecht? Sind die Käfige ausreichend dimensioniert? Kann man hier wirklich Artenschutz betreiben? Die Kritiker sind nie verstummt. Aber eines muss man dem Zoo lassen: Er hat seinen Reiz. Man kommt exotischen Tieren nie so nahe wie dort. Nur: Das Leben spielt sich eben hinter Gittern ab. Für Mensch und Tier unbefriedigend, wenn auch natürlich aus unterschiedlicher Sichtweise. Das Tier kann sich nicht frei, nicht natürlich bewegen, der Mensch bekommt nur eine mäßig spannende Begegnung.

Wer beides nicht will, der möge sich in die Everglades begeben.

Everglades
Der Sumpf lebt. Und wie!

Ja, es gibt Kanäle, die mit dem Airboot befahren werden können. Es gibt angelegte Trails, auf denen man trockenen Fußes durch den Sumpf kommt. Doch diese Wege führen eben nicht durch einen Zoo, sie führen durch die Wildnis. Hier hat sich die Natur breit gemacht, der Mensch ist nur Gast. Und als Mensch sieht man nur einen winzigen Teil dieser riesigen Wildnis. Aber auch der ist mehr als beeindruckend.

Vor allem mit dem Airboot. Das schießt lärmend durch die Graslandschaft – ein Erlebnis! Vor allem dann, wenn der Käptn den Motor ausmacht und sich ein Alligator langsam dem Boot nähert…

Und es wird noch spannender, wenn der Käptn wieder Gas geben will, der Motor aber den Geist aufgibt. Dann treibt man mitten in diesem Sumpf und ist der Wildnis ausgeliefert (ich könnte schwören, einige Alligatoren gesehen zu haben, die sich schon ein Lätzchen umgebunden haben). Aber in modernen Zeiten wie diesen, holt man eben per Handy Hilfe. Ein Ersatzboot gibt es zum Glück.

Kein üppiges Dinner für Alligatoren heute Abend. Zwischenfälle soll es übrigens immer dann geben, wenn Menschen versuchen, die Alligatoren zu füttern. Selbst schuld.

Weiter geht es auf dem Anhinga-Trail, auf dem man noch mehr vom Wildlife sieht. Alligatoren, Schildkröten, bunte Grashüpfer – und noch mehr Alligatoren (die sind echt überall). Natur pur!

Toll sind auch die großen Vögel, die in den Bäumen sitzen und sich erst dann aus dem Staub machen, wenn man wirklich nahe ist.

Anhinga

Der Anhinga kann schwimmen. Dann aber nicht mehr fliegen. Zum Trocknen der Flügel breitet er sie einfach aus. Super Dry!

Die Everglades sind beeindruckend. Weil sie kein Zoo sind. Und weil man auch mal kehrt macht, weil die Sonne von oben erbarmungslos brennt und fette Mücken einen trotz Spray sekündlich attackieren. „Ok, den Weg dahinten muss ich vielleicht doch nicht sehen…“

Ich hab mir dann auch ein kleines Andenken mitgenommen. Der Kleine schläft jetzt im Caddy. Muss ihn nur noch durch den deutschen Zoll kriegen…

Übrigens: Eigentlich sind die Everglades kein Sumpf – sondern ein Fluss. Aber der fließt nur mit einer Geschwindigkeit von einem Meter pro Stunde. Und tief ist er auch nicht. Man könnte drin stehen. Will man aber nicht. Siehe oben.

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