Zion oder nicht Zion

…das ist hier die Frage.

Canyonlands hat überzeugend gespielt und ist klar Erster, Bryce und Arches sortieren sich dahinter ein. Nun betritt Zion den Platz. Kann er in der Nationalparkmeisterschaft des Westens die Führung übernehmen?

Zion Panorama

Zion hat es nicht leicht. Einerseits muss der Park im Süden Utahs gegen die beeindruckenden Panoramen der Canyonlands antreten, andererseits gegen meine langsam aufkommende „Schon wieder ein Canyon“-Müdigkeit. Was hat Zion auf der Pfanne?

„The Narrows“!

Narrows Dark

Die „Engpässe“ sind ein Trail, der neben, aber vor allem IM Virgin River stattfindet. Im obigen Foto sind die Wanderer schon zur so genannten „Wall Street“ vorgedrungen, den Namen muss man hier wohl nicht erklären.

Der Narrows-Trail ist ein Erlebnis. Und um ihn genießen zu können, ist gutes Equipment Pflicht. Sehr sinnvoll sind geliehene Neoprenschuhe und Socken sowie ein Wanderstab. Damit läuft es sich im Wasser und auf Stein nicht nur prima, sondern es sieht auch noch, zumindest an mir, verdammt cool aus.

Narrows Equipment

Der Anfang gestaltet sich noch sehr einfach – und man muss sich an Massen von Touristen vorbeikämpfen.

Narrows Anfang

Doch je weiter man vordringt, desto weniger Menschen machen mit. Aufpassen muss man auf sein Foto-Equipment. An manchen Stellen reicht das Wasser bis zum Bauchnabel.

Aber das Wasser ist nicht zu kalt und es macht den Trip einfach zu etwas Besonderem. Vor allem, weil man meist gar keine andere Möglichkeit hat, als durch den Fluss zu gehen. Bei gutem Wetter ist das alles eine Spitzenwanderung, die Spaß macht.

Narrows Paar

Bei schlechtem Wetter kann es zu gefährlichen Fluten kommen. Deshalb warnt der Park: „Flash floods can kill you. Don’t let this happen to you.“ Ok. Aber ich hab gefühlt seit Wochen keinen Tropfen Regen mehr erlebt.

Narrows Wall Street

Allein die Narrows können dem Canyonlands National Park schon das Wasser reichen (haha). Aber etwas fehlt noch. Eine grandiose Aussicht.

Die soll es vom „Angels Landing“ geben. Einem Punkt, der so hoch ist, dass nur Engel darauf landen können. Sagt man. Dahin will ich! Ganz früh morgens soll es losgehen, damit ich nicht wieder in die ganzen Touristen renne.

Als ich starte, ist es 12:30 Uhr. Ganz tolle Idee. Während die Mittagssonne unerbittlich von oben brennt, betrachte ich dieses Panorama.

Angels Anfang

Angels Landing soll ja hoch sein. Aber der Berg da vor mir? Unmöglich! Viel zu hoch und viel zu steil.

Während ich mich über einen Trail nach oben schleppe, wird mir klar. Das ist der Berg! Und der Weg hinauf extrem. Natürlich hatte ich Angels Landing vorher gegoogelt. Artikel über abgestürzte Touristen und den tripadvisor-Eintrag „lebensgefährlich“ hab ich zwar zur Kenntnis genommen, aber gedacht: „Ach, so schlimm wird’s schon nicht.“

Und dann sehe ich den Weg, den es hinauf gehen soll.

Angels Landing Trail

Das ist kein Witz, das ist der Trail. Wer mich kennt, weiß, dass ich eine spezielle Form der Höhenangst hab. Seilbahnen über tiefe Schluchten, Hochhäuser, Aussichtspunkte, alles kein Problem. Doch Sachen, wo man runterfallen kann…nicht so cool. Aber jetzt bin ich so weit gekommen, jetzt kann ich nicht umkehren. Wie sieht das denn aus? Also weiter. Bis zu dieser Stelle.

Angels Engpass

Entschuldigung, wollt ihr mich ver#rschen? Sowas würde doch in Deutschland niemals zugelassen! Jaja, da ist ne Kette, trotzdem…die Kette kurz losgelassen, ein falscher Schritt, und ab geht’s nach unten. Kein schönes Ende des Roadtrips. Aber was soll’s. Weiter.

Kurz vor dem Ende ne kurze Verschnaufpause.

Angels Pause
„Wie weit ist es noch…?“

Unterwegs trifft man Wanderer, die das ganze recht entspannt angehen. Mutter und Sohn chillen am Abgrund.

Mutter und Sohn

Erst als ich sie freundlich auf die Gefahr hinweise, geraten sie in angemessene Stimmung.

Mutter und Sohn Angst

Dann aber erreiche auch ich endlich Angels Landing.

Angels Landing
Erstmal Pause…

Der Aufstieg hat sich aber mal sowas von gelohnt. Die Aussicht ist atemberaubend.

Angels Schlucht
Super!
Angels Ausblick
Noch besser!

Problem: Wenn man da raufgeklettert ist, muss man ja auch wieder runter. Und der Tipp „Nicht nach unten gucken“, ist bei diesem Abstieg wenig hilfreich.

Angels Abstieg

Während die Menschen rauf und runterschnaufen, sieht es bei den Tieren des National Parks wesentlich entspannter aus.

Ich hab es dann auch irgendwann geschafft und mache das, worauf ich mich schon den ganzen heißen Tag gefreut habe.

Zion Swimming

Zion National Park – ein würdiger Tabellenführer.

5 Comments on “Zion oder nicht Zion

  1. I shared a campsite with you in Monterey, CA.
    In seeing your blog, I’m glad to see you climbed up Angel’s Landing and waded up the river at Zion. Keep exploring!!

    Gefällt mir

  2. Pingback: There… – there and back again…

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