Ist doch logisch!

To boldly go…where no town has gone before.

In den unendlichen Weiten Kanadas liegt ein Ort, den man getrost als Kaff bezeichnen kann. Noch nicht mal 2000 Einwohner, eine winzige „Einkaufsstraße“, ein paar Einfamilienhäuser, ein Laden für Autozubehör, eine Bäckerei, eine Tankstelle, ein Supermarkt, eine Schule – und ein Outdoor-Schwimmbad, dass mehr Bademeister als Gäste hat. Das war’s. Wer zur Hölle sollte hier freiwillig einen Stopp machen?

Zum Beispiel Star Trek-Fans aus aller Welt.

Klingonselfie
Selfie mit Klingone. Den sollte man nicht zu sehr verärgern. Denn schließlich lautet ein altes klingonisches Sprichwort: „Rache ist ein Gericht, das am besten kalt serviert wird.“

Wir schreiben das Jahr 2018. Tief im Nirgendwo Albertas begrüßt der Ort „Vulcan“ seine Gäste. Und wer filme- und serientechnisch nicht total hinter dem Mond lebt (*Wink mit dem Zaunpfahl*), der weiß, dass Vulcan (bzw. Vulkan auf deutsch) ebenso ein Planet aus dem Star Trek-Universum ist. Und hier ist ein Mann aufgewachsen, der wohl ebenso berühmt wie Darth Vader ist.

Spock Vulcan
Mr. Spock!

Der stets der Logik verbundene Spock ist halb Vulkanier, halb Mensch – und eine der beliebtesten Figuren in Star Trek. Kein Wunder, dass im Vulcan der Erde eine Büste des bekanntesten Vulkaniers steht.

Spock Büste
Der Handabdruck stammt von Spock-Darsteller Leonard Nimoy (gestorben 2015).

Aber damit nicht genug. Vulcan hat den Nutzen seines Namens erkannt und sich mit Leib und Seele dem Star Trek-Franchise verschrieben. Und so ist aus dem Kaff vielleicht das Mekka für Trekkies geworden. Schon das Visitor Center begrüßt ankommende Raumschiffe in Space-Optik.

1701
Wer sich bislang über meine Nummer auf dem Nummerschild gewundert hat, der weiß jetzt vielleicht den Grund für meine Wahl (Nerdalarm!)…

Im Inneren geht es galaktisch weiter. Ein kleines Museum lädt zum Stöbern ein.

Trek Museum

Natürlich darf auch die Merchandising-Abteilung nicht fehlen. Hier bekommt man neben Shirts und Tassen allerdings auch Kurioses geboten.

 

Selbst die Toiletten sollten nur mit Phasern betreten werden.

Trek WC
…kühn dorthin vorzustoßen, wo hoffentlich keiner auf die Brille geschissen hat.

Noch nicht nerdig genug?

Draußen vor dem Visitor Center wartet nicht nur ein Blumenkübel in Shuttleform…

Shuttle

…Vulcan hat auch seine eigene Enterprise…

Vulcan Enterprise

…inklusive eigener Seriennummer.

Enterprise Modell

Auch die Straßen sind nach den Standards der Vereinigten Föderation der Planeten beschildert.

Vulcan Straßenschild

Ich kann mir schwer vorstellen, dass alle Vulcanier hier in Kanada den Star Trek-Hype gutheißen. Dennoch bemüht sich der Ort redlich, Teil von etwas Größerem zu sein. Teil des Star Trek-Hauptquartiers eben.

 

Manche Star Trek-Attraktionen sind etwas versteckt. Aber da der Ort wirklich klein ist (eher ein Zwergplanet), hat man sie schnell gefunden. Während man sich in einer Seitenstraße wegbeamen lassen kann…

Transporter
Hoffentlich habe ich den Kommunikator nicht vergessen.

…sind auf einer Hauswand alle Star Trek-Ärzte abgebildet.

Star Trek Ärzte
DeForest Kelley, Darsteller von Dr. McCoy (zweiter von links), verstarb leider schon 1999.

Wer sich jetzt fragt, was soll dieser Quatsch eigentlich, dem sei die Website des Vulcan Tourismus Büros ans Herz gelegt. Dort beantwortet es nämlich genau diese Frage. Neben mehr oder weniger naheliegenden Antworten wie „Ist doch logisch!“ oder „Hier guckt keiner blöd, wenn man über Pon Farr spricht (geistiger Kontrollverlust der Vulkanier mit Zwang zur Paarung)“, gibt es eine Antwort, die ich herausheben möchte: „Star Trek ist cool.“

What? Diese alberne „WarpgeschwindigkeitsbeammeupScottyGeschichte“?

Genau die. Denn hinter den ganzen Klischees steht eine Philosophie, die so vorausdenkend ist, dass man heute mehr denn je Star Trek schauen sollte. In den 60ern ins Leben gerufen von Gene Roddenberry, zeigt Star Trek eine Welt, in der Geld auf der Erde nicht existiert. Ebenso wenig Krieg, Hunger und Armut. Im Star Trek-Universum haben sich nicht nur alle Menschen zu einer Gemeinschaft vereint, sondern auch über 100 Planeten – zur Vereinigten Föderation. Wie weit wir von diesem Ideal entfernt sind, trotz UNO, EU und NATO, beweisen die nationalistischen Bewegungen fast überall auf der Welt.

Aber noch ist es nicht zu spät. Immerhin haben wir es geschafft, eine internationale Raumstation in den Orbit zu schießen. Warum nicht dort anknüpfen?

In Vulcan macht sich ein Raumschiff derweil auf den Weg nach Osten…

Vulcan Ortsschild
To boldly go where no Caddy has gone before…

Übrigens heißt ein Nachbarort Vulcans „Kirkcaldy“.

Ich mag den kanadischen Humor.

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